Erholungsbeihilfe

Erholungsbeihilfe: Was ist zu beachten?

Als Arbeitgeber bietet Ihnen die Erholungsbeihilfe eine wunderbare Möglichkeit, Ihre Mitarbeiter einmal im Jahr auf eine ganz besondere Art und Weise zu belohnen. Sie schafft nicht nur einen finanziellen Anreiz, sondern stellt auch eine Wertschätzung der geleisteten Arbeit dar.

Durch solche Mitarbeiterangebote kann sich positiv auf die Motivation und das Betriebsklima auswirken und die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen stärken.

Aber wie kann diese Unterstützung genau aussehen und was müssen Sie als Arbeitgeber dabei beachten? In unserem nachfolgenden Beitrag gehen wir auf diese Fragen ein.

Warum sind Mitarbeiterangebote so wichtig?

In Zeiten, in denen Unternehmen händeringend nach Talenten und gut ausgebildeten Fachkräften suchen, sind Mitarbeiterangebote eine gute Möglichkeit, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten. Auch die steigenden Lebenshaltungskosten sind ein Grund als Arbeitgeber zusätzliche Leistungen zu bieten.

Laut der aktuellen Studie The Great Employees Benefits Study 2023“ von Epassi würden 78,3 % der Befragten Arbeitnehmer zu einem identischen Unternehmen wechseln, wenn dieser bessere Leistungen für eine vergleichbare Tätigkeit bietet.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten schätzt vor allem körperliche Wellness-Programme sowie Schulungs- und Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, die im Vergleich zu den Budgeterhöhungen im mittleren Bereich liegen.

Was genau ist die Erholungsbeihilfe?

Die Erholungsbeihilfe ist ein finanzieller Zuschuss, bei dem der Arbeitgeber eine Urlaubsunterstützung für seine Mitarbeiter bieten darf.

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Urlaubsgeld oder einer einmaligen Bruttozahlung, von der etwa die Hälfte beim Mitarbeiter eintrifft, ist die Erholungsbeihilfe für Mitarbeiter von Steuern und Sozialabgaben befreit. Dies führt zu einem erheblich höheren Nettoertrag für Ihre Mitarbeiter, und ist die Freude auch doppelt so groß!

Unterschied: Urlaubsgeld und Erholungsbeihilfe

Die Erholungsbeihilfe sollte nicht mit dem Urlaubsgeld verwechselt werden. In beiden Fällen handelt es sich um freiwillige Leistungen des Arbeitgebers, die parallel an Mitarbeiter ausgegeben werden können. Während das Urlaubsgeld allerdings – unabhängig von der Höhe – voll versteuert und mit Beiträgen belastet werden muss, kann die Erholungsbeihilfe bis zu einer gewissen Höhe pauschal versteuert und damit beitragsfrei bleiben. Ein bedeutender Unterschied!

Wichtig: Urlaubsgeld kann für alle möglichen Ausgaben genutzt werden. Die Erholungsbeihilfe hingegen ist zweckgebunden und erfordert die Vorlage von Belegen für das Finanzamt.

Wie hoch ist die Erholungsbeihilfe 2024?

Die Erholungsbeihilfe beträgt auch im Jahr 2024 für Arbeitnehmer 156 €, 104 € zusätzlich für Ehepartner und 52 € für jedes Kind.

Wer kann die Erholungsbeihilfe nutzen?

Die Erholungsbeihilfe kann in Unternehmen von allen Arbeitnehmern genutzt werden, vorausgesetzt das Unternehmen bietet diese freiwillige Leistung an.

Wie wird die Erholungsbeihilfe ausgezahlt?

Die Erholungsbeihilfe wird in der Regel zusammen mit dem Gehalt an den Arbeitnehmer ausgezahlt. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass die Auszahlung in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit dem Erholungsurlaub des Arbeitnehmers stehen sollte.

Dies bedeutet, dass die Beihilfe in der Regel kurz vor, während oder kurz nach dem Urlaub ausgezahlt wird. Die genaue Ausgestaltung und Timing der Auszahlung hängt jedoch von den individuellen Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie den betrieblichen Gegebenheiten ab.

Wichtige Voraussetzungen

Die folgenden Bedingungen gelten für die Gewährung der Erholungsbeihilfe:

  • Die Empfänger dürfen sie ausschließlich für Erholungszwecke verwenden.
  • Ein zeitlicher Zusammenhang zwischen der Bereitstellung der Mittel und einem Erholungsurlaub muss bestehen.
  • Der Arbeitnehmer muss den Erholungsurlaub 3 Monate vor oder nach der Bereitstellung antreten.
  • Wenn der zeitliche Abstand zwischen der Bereitstellung und dem Erholungsurlaub größer ist, besteht eine Meldepflicht.
  • Es ist möglich, Urlaub zu Hause zu nehmen.

Es ist wichtig, diese Kriterien sowie die Zweckgebundenheit einzuhalten, um die Erholungsbeihilfe vom Urlaubsgeld unterscheiden zu können. Diese beiden Arten von freiwilligen Arbeitgeberleistungen werden unterschiedlich besteuert.

Das Finanzamt verlangt für die Auszahlung einer Erholungsbeihilfe einen Nachweis. Ihre Mitarbeiter sollten daher Belege und Quittungen aufbewahren, die zeigen, wofür sie das Erholungsgeld ausgegeben haben. Ob Hotelrechnung oder Eintrittskarte für das Schwimmbad – alle diese Belege sind ausreichend für das Finanzamt. Sie beweisen, dass der Mitarbeiter das Geld tatsächlich für seine eigene Erholung ausgegeben hat.

Auf welcher rechtlichen Grundlage basiert die Erholungsbeihilfe?

Absatz 40 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zur Pauschalierung der Lohnsteuer in speziellen Fällen regelt die Erholungsbeihilfe. In Abschnitt 2, Satz 1, Nummer 3 des EStG steht, dass der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem pauschalen Steuersatz von 25 % erheben kann, solange die gewährten Erholungsbeihilfen, zusammen mit anderen, die im selben Kalenderjahr zuvor gewährt wurden, mit 156,00 Euro für den Arbeitnehmer nicht überschritten werden.

Darüber hinaus können Arbeitgeber zusätzlich zur Freigrenze von 156,00 Euro weitere 104,00 Euro für den Ehepartner des Arbeitnehmers und weitere 52,00 Euro für jedes Kind als jährliche Erholungsbeihilfe zur Verfügung stellen.

Welche Vorteile bringt die Erholungsbeihilfe?

Die Erholungsbeihilfe bietet sowohl für den Mitarbeiter als auch für das Unternehmen zahlreiche Vorteile. Für Mitarbeiter stellt sie eine finanzielle Unterstützung dar, die besonders im Rahmen von steigenden Lebenshaltungskosten wichtig ist. Dazu kommen steuerliche Vorteile, da die Beihilfe pauschal besteuert wird.

Für das Unternehmen auf der anderen Seite kann die Erholungsbeihilfe zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung beitragen, da sie eine freiwillige Leistung ist. Des Weiteren verbessert die Erholungsbeihilfe das Image des Unternehmens als sozial verantwortlicher Arbeitgeber. Unter bestimmten Bedingungen können die pauschal besteuerten Erholungsbeihilfen als Betriebsausgaben abgezogen werden, was zu steuerlichen Vorteilen für das Unternehmen führt.

Im Vergleich zu anderen Vergütungen bietet die Erholungsbeihilfe dem Unternehmen eine größere Flexibilität, da sie zu spezifischen Zeiten und unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden kann. Sie motiviert die Mitarbeiter und steigert damit ihre Produktivität, denn durch die finanzielle Unterstützung können sich die Mitarbeiter besser entspannen und erholen und nach dem Urlaub erneut motiviert und produktiv an die Arbeit gehen.

Zudem kann die Erholungsbeihilfe in der Werbung für potenzielle Mitarbeiter als attraktives Anreizsystem dargestellt werden, was bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal hilft. Ein wichtiger Punkt, der im Kontext des aktuellen Fachkräftemangels immer mehr an Bedeutung gewinnt.

FAZIT

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gewährung von Erholungsbeihilfen eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer schaffen kann. Es ist jedoch für Unternehmen von großer Bedeutung, die rechtlichen Voraussetzungen und steuerlichen Bestimmungen genau zu beachten, um mögliche Risiken und Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden.

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